#hounded {muss geh’n, muss geh’n, muss geh’n!}

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Als Lara mir vor einigen Wochen die Proben der neuen Flanellstoffe von Robert Kaufmann schickte, sprach mich der Hahnentritt am meisten an. Ein Muster, das eigentlich eher konservativ ist, ein Material – Flanell – das an sich eher mit Bettwäsche in Verbindung gebracht wird. Wenn man sich aber ansieht, was gerade so in den Boutiquen, online und auch bei Stoffherstellern unterwegs ist, so scheint Lara (und ich auch) einen trendsicheren Riecher zu haben.

hounded houndstooth schneidernmeistern shirtdress 1000stoff

Wie passend die englische Bezeichnung „houndstooth“ sein würde, ergab sich tatsächlich erst vor ein paar Tagen, als das Kleid schon fast fertig war.

Es war eigentlich das klassische Spielplatzgespräch, darüber, wie sehr man sich zerreißt als berufstätige Mutter, wie wenig anerkannt ist, was man tut, wie selbstverständlich hingenommen wird, dass zuhause eingekauft und geputzt ist, die Kinder wohlauf sind… oftmals das selbständige berufliche Fortkommen als „Liebhaberei“ „abgetan“ wird.

Gerade ein paar Tage vorher, diesmal abends bei einem Glas Wein, der Satz einer anderen befreundeten berufstätigen Mutter „dieses permanente schlechte Gewissen, dem allem nicht gerecht zu werden. Vor allem aber dem Kind gegenüber, nicht zu 100% da zu sein, weil einen nachmittags eben noch etwas beschäftigt, was man nicht zu Ende denken konnte. Etwas bleibt immer auf der Strecke.“

#hounded – gehetzt

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Tatsächlich ist es so, dass ich meinen Arbeitstag mitten im Satz abbrechen muss. Ich kann nicht im Kindergarten anrufen und kurz bescheid sagen, dass ich eine halbe Stunde später komme, weil ich gerade so im Flow bin. Der Flow muss bis abends warten, um dann wieder aufgenommen zu werde. Kein kurzer Anruf, ob es in Ordnung wäre, noch schnell ein Mittagessen mit einem Kollegen zu nehmen und etwas später zu kommen. Ich muss pünktlich sein.

Stattdessen der Gedanke, dass es heute Nachmittag ja auch mal wieder eine Runde „Sendung mit der Maus“ geben könnte, um den Arbeitsgang zu beenden oder noch eine Mail an eine Kundin zu schreiben, die erzürnt darüber ist, dass das ebook noch nicht freigeschaltet ist. Es ist doch bereits seit gestern Abend bezahlt… ( da ist es dann, das schlechte Gewissen in beiden Richtungen.)

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Ich möchte nicht die Mutter sein, dessen Kind als letztes vor dem Kindergarten sitzt und darauf wartet, dass es abgeholt wird. Also schalte ich den Computer aus (oder auf Standby – vielleicht kommt ja die Maus… ) hetze ohne Mittagessen zum Kindergarten, habe wieder nicht eingekauft, bestelle abends Sushi und deklariere es als Event…

Natürlich ist das alles sehr überspitzt dargestellt und ich habe das Glück, tatsächlich Wertschätzung für meine Arbeit zu bekommen. Dennoch sind die Rollen klar verteilt, und auch wenn ich zufrieden bin, wie mein kleines Unternehmen läuft, so bin ich mir dessen bewusst, dass es alleine nicht gehen würde. Mir ist klar, dass ich die „Rückenfreihalterin“ bin, trotzdem. Und ja (!) ich genieße es auch, am Nachmittag in der Sonne zu sitzen (auch wenn es ein Spielplatz ist), mit einem Kaffee und anderen Frauen auf der Spielstraße plaudernd zusammen zu stehen, ich fahre gerne in den Bürgerpark oder bastle seltsame Roboter aus Pappe und Einwegspritzen…
Ich weiß, dass ich ein sehr privilegiertes Leben führe. Dennoch war mir auch immer klar, dass ich nicht „nur Mutter“ sein möchte. Das was ich tue, tue ich gern und möchte es nicht mehr missen, aber zu welchem Preis?

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Anfang des Jahres hat mir meine Gesundheit ziemlich deutlich zwischen meine Pläne gegrätscht und ich habe tief durchgeatmet und überlegt wie dieses Leben weiterlaufen soll. Ich kann nicht permanent zwischen meinen Verpflichtungen hin und her hetzen. Damit werde weder ich, noch meine Familie glücklich. Wer nicht auf sich achtet, wird krank und damit ist niemandem geholfen. Aber gibt es für uns berufstätige Mütter tatsächlich die eine, für alle zufriedenstellende Lösung? Ich denke nicht. Wer sein Kind nicht ganztags betreuen lassen möchte (und ich nutze schon die „Rabenmutter-Ferienbetreuung“, weil ich eben keinen bezahlten Urlaub einreichen kann), kann kein Unternehmen von „Weltruhm“ aufbauen. Oder vielleicht kann ich es nicht. Vielleicht will ich es aber auch gar nicht. Ich habe keine unerschöpflichen Ressourcen auf die ich zurückgreifen kann.
Also bleibt es ein Balanceakt zwischen den Welten… oder „from #stayathomemum to #sartorialist in a jiffy“.

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Ich habe mich  dazu entschieden, einen Schritt zurück zu treten, einen Gang runterzuschalten, meine Arbeit umzuorganisieren, mehr vor Ort zu erledigen, bevor es ins Netz geht. Seit August mache ich meine Schnitte komplett selbst, wieder ein Arbeitsschritt mehr, den ich nicht „outsource“, aber das ist der eigentliche Spaß an meiner Arbeit und den möchte ich dann schon gerne selber haben.

 


 

Der wunderbare Flanell der mich eigentlich gar nicht gehetzt, sondern eher besänftigt hat, im Oberneulander Wäldchen, wurde mir von Lara @1000stoff für mein Kleid zur Verfügung gestellt.

Der Schnitt des Kleides befindet sich in der Testphase und wird so möglicherweise gar nicht veröffentlicht. Zumindest nicht nächste Woche… #ausGründen

Die Fotos sind in Zusammenarbeit mit Alexa von Busse entstanden, die während unserem Gespräch Lust auf eine Reportage zum Thema „working mum“ bekam.

Wer Lust hat mehr zu dem Thema zu lesen, interessiert sich vielleicht für die Interviewreihe von Sandra @wortkonfetti #workisnotakinderspiel

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