#hounded {muss geh’n, muss geh’n, muss geh’n!}

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Als Lara mir vor einigen Wochen die Proben der neuen Flanellstoffe von Robert Kaufmann schickte, sprach mich der Hahnentritt am meisten an. Ein Muster, das eigentlich eher konservativ ist, ein Material – Flanell – das an sich eher mit Bettwäsche in Verbindung gebracht wird. Wenn man sich aber ansieht, was gerade so in den Boutiquen, online und auch bei Stoffherstellern unterwegs ist, so scheint Lara (und ich auch) einen trendsicheren Riecher zu haben.

hounded houndstooth schneidernmeistern shirtdress 1000stoff

Wie passend die englische Bezeichnung „houndstooth“ sein würde, ergab sich tatsächlich erst vor ein paar Tagen, als das Kleid schon fast fertig war.

Es war eigentlich das klassische Spielplatzgespräch, darüber, wie sehr man sich zerreißt als berufstätige Mutter, wie wenig anerkannt ist, was man tut, wie selbstverständlich hingenommen wird, dass zuhause eingekauft und geputzt ist, die Kinder wohlauf sind… oftmals das selbständige berufliche Fortkommen als „Liebhaberei“ „abgetan“ wird.

Gerade ein paar Tage vorher, diesmal abends bei einem Glas Wein, der Satz einer anderen befreundeten berufstätigen Mutter „dieses permanente schlechte Gewissen, dem allem nicht gerecht zu werden. Vor allem aber dem Kind gegenüber, nicht zu 100% da zu sein, weil einen nachmittags eben noch etwas beschäftigt, was man nicht zu Ende denken konnte. Etwas bleibt immer auf der Strecke.“

#hounded – gehetzt

hounded houndstooth schneidernmeistern shirtdress 1000stoff

Tatsächlich ist es so, dass ich meinen Arbeitstag mitten im Satz abbrechen muss. Ich kann nicht im Kindergarten anrufen und kurz bescheid sagen, dass ich eine halbe Stunde später komme, weil ich gerade so im Flow bin. Der Flow muss bis abends warten, um dann wieder aufgenommen zu werde. Kein kurzer Anruf, ob es in Ordnung wäre, noch schnell ein Mittagessen mit einem Kollegen zu nehmen und etwas später zu kommen. Ich muss pünktlich sein.

Stattdessen der Gedanke, dass es heute Nachmittag ja auch mal wieder eine Runde „Sendung mit der Maus“ geben könnte, um den Arbeitsgang zu beenden oder noch eine Mail an eine Kundin zu schreiben, die erzürnt darüber ist, dass das ebook noch nicht freigeschaltet ist. Es ist doch bereits seit gestern Abend bezahlt… ( da ist es dann, das schlechte Gewissen in beiden Richtungen.)

hounded houndstooth schneidernmeistern shirtdress 1000stoff

Ich möchte nicht die Mutter sein, dessen Kind als letztes vor dem Kindergarten sitzt und darauf wartet, dass es abgeholt wird. Also schalte ich den Computer aus (oder auf Standby – vielleicht kommt ja die Maus… ) hetze ohne Mittagessen zum Kindergarten, habe wieder nicht eingekauft, bestelle abends Sushi und deklariere es als Event…

Natürlich ist das alles sehr überspitzt dargestellt und ich habe das Glück, tatsächlich Wertschätzung für meine Arbeit zu bekommen. Dennoch sind die Rollen klar verteilt, und auch wenn ich zufrieden bin, wie mein kleines Unternehmen läuft, so bin ich mir dessen bewusst, dass es alleine nicht gehen würde. Mir ist klar, dass ich die „Rückenfreihalterin“ bin, trotzdem. Und ja (!) ich genieße es auch, am Nachmittag in der Sonne zu sitzen (auch wenn es ein Spielplatz ist), mit einem Kaffee und anderen Frauen auf der Spielstraße plaudernd zusammen zu stehen, ich fahre gerne in den Bürgerpark oder bastle seltsame Roboter aus Pappe und Einwegspritzen…
Ich weiß, dass ich ein sehr privilegiertes Leben führe. Dennoch war mir auch immer klar, dass ich nicht „nur Mutter“ sein möchte. Das was ich tue, tue ich gern und möchte es nicht mehr missen, aber zu welchem Preis?

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Anfang des Jahres hat mir meine Gesundheit ziemlich deutlich zwischen meine Pläne gegrätscht und ich habe tief durchgeatmet und überlegt wie dieses Leben weiterlaufen soll. Ich kann nicht permanent zwischen meinen Verpflichtungen hin und her hetzen. Damit werde weder ich, noch meine Familie glücklich. Wer nicht auf sich achtet, wird krank und damit ist niemandem geholfen. Aber gibt es für uns berufstätige Mütter tatsächlich die eine, für alle zufriedenstellende Lösung? Ich denke nicht. Wer sein Kind nicht ganztags betreuen lassen möchte (und ich nutze schon die „Rabenmutter-Ferienbetreuung“, weil ich eben keinen bezahlten Urlaub einreichen kann), kann kein Unternehmen von „Weltruhm“ aufbauen. Oder vielleicht kann ich es nicht. Vielleicht will ich es aber auch gar nicht. Ich habe keine unerschöpflichen Ressourcen auf die ich zurückgreifen kann.
Also bleibt es ein Balanceakt zwischen den Welten… oder „from #stayathomemum to #sartorialist in a jiffy“.

hounded houndstooth schneidernmeistern shirtdress 1000stoff

Ich habe mich  dazu entschieden, einen Schritt zurück zu treten, einen Gang runterzuschalten, meine Arbeit umzuorganisieren, mehr vor Ort zu erledigen, bevor es ins Netz geht. Seit August mache ich meine Schnitte komplett selbst, wieder ein Arbeitsschritt mehr, den ich nicht „outsource“, aber das ist der eigentliche Spaß an meiner Arbeit und den möchte ich dann schon gerne selber haben.

 


 

Der wunderbare Flanell der mich eigentlich gar nicht gehetzt, sondern eher besänftigt hat, im Oberneulander Wäldchen, wurde mir von Lara @1000stoff für mein Kleid zur Verfügung gestellt.

Der Schnitt des Kleides befindet sich in der Testphase und wird so möglicherweise gar nicht veröffentlicht. Zumindest nicht nächste Woche… #ausGründen

Die Fotos sind in Zusammenarbeit mit Alexa von Busse entstanden, die während unserem Gespräch Lust auf eine Reportage zum Thema „working mum“ bekam.

Wer Lust hat mehr zu dem Thema zu lesen, interessiert sich vielleicht für die Interviewreihe von Sandra @wortkonfetti #workisnotakinderspiel

 

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57 Kommentare

  1. Ein tolles Kleid – absolut und von „Lara“s Stoffauswahl bin ich ebenfalls begeistert.
    Und jetzt muss ich in deinen Newsletter, denn der Schnitt ist der Hammer und der wird hoffentlich bald kommen. TOLL!
    Liebe Grüße aus Hessen, Carmen

  2. Liebe Monika
    Ich sehe (wieder einmal) dass viele Mütter in der gleichen Misere stecken. So auch ich. Und es tut irgendwie gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht.
    Vielleicht sollten wir uns öfters mal gegenseitig (oder selber) auf die Schulter klopfen und sagen: es ist gut genug! Denn perfekt ist eh langweilig 😉
    Liebe Grüsse Ursina

    • Liebe Ursina,

      da hsat du vollkommen recht.
      Wir Frauen sollten viel solidarischer miteinander umgehen! Oft sind es ja die Mütter, die sich gegenseitig kritisieren…
      Liebe Grüße
      Monika

  3. Hallo Monika,

    Daumen hoch für deinen Text und dein Kleid.
    Ich melde mich, obwohl ich keine Mutter bin. Aber ich bin Freischaffende im Kreativbereich.
    Und ich habe einen Partner und einen Hund.
    Und schon sind wir an dem Punkt der Arbeitszeitgestaltung angelangt. Denn ich nehme selbstvertsändlich und zwangsläufig meine Arbeit mit nach Hause, denn dort ist mein Büro. Das bedeutet, dass ich meinen Kopf nicht von jetzt auf gleich abschalten kann, dass mein Arbeitstag kein 9to5-Job ist.
    Das alles unter einen Hut zu bekommen und dabei auch noch auf sich selbst zu achten, um gesund, kreativ und fit zu bleiben, ist nicht immer leicht. Bezahlten Urlaub oder Krankheitstage, Weihachtsgeld oder ähnliches gibt es für Freischaffende nicht.
    Wie sehr das Leben an einem zerrt, wenn auch noch Kind(er) dabei sind, kann ich mir gut vorstellen.

    Alles Gute und viele Grüße,
    Julia

    • Lieben Dank für deine Worte. Ich glaube, dass es fast egal ist, ob man Mutter ist oder „nur“ arbeitet. Wir sind so gefordert heutzutage und unsere eigenen Ansprüche sind so gewachsen, dazu noch die Erwartungshaltung, die ja meist von außen gepuscht wird. Ich hoffe, dass sich diese ganze Slow-Bewegung durchsetzt und wir wieder mehr Zeit investieren dürfen…

  4. Liebe Monika,

    ich kann dich so gut verstehen!
    Das war für mich auch einer der Gründe, warum ich mir wieder einen Bürojob gesucht habe: hier habe ich klare Arbeitszeiten und nehme keine Arbeit mehr mit in den Mittag/Nachmittag mit den Kindern.

    Aber klar: ganz so einfach ist es trotzdem nicht. Ich fühle mich oft gehetzt und habe so oft ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht allen und allem gerecht werde. Manchmal komme ich damit besser klar und manchmal schlechter.

    Ich hoffe du findest deinen Balanceakt zwischen Arbeit und Familienleben, mit dem du gut zurecht kommst. Deine Arbeit ist jedenfalls fantastisch!!!!

    LG,
    Kerstin

    • Hab herzlichen Dank für deine Worte (vor allem das Feedback zu meiner Arbeit.) Das hilft sehr und gerade der Austausch zu diesem Thema ist unglaublich. Wenn man sieht, wie vielen es ähnlich geht, ist das „Säcklein auf den Schultern“ nur noch halb so schwer…
      Ich werde demnächst in ein Büro umziehen, um die magische Grenze zwischen Zuhause und der Arbeit zu ziehen. Ich bin gespannt ob es klappt!

  5. Maggie Zavelberg

    Liebe Monika,
    zum Thema berufstätige Mütter mag ich mich nicht nochmal äußern, dass haben die Vorschreiberinnen ausführlichst getan. Bin ganz Eurer Meinung.
    Aber zum Kleid möchte ich was schreiben: es gefällt mir ausgesprochen gut! Grade der Ausschnitt ist super! Und es hat Taschen!
    Veröffentliche das ruhig, ich kaufe es mir gern! Wann auch immer Du es schaffst.
    Viele Grüße aus dem Rheinland,
    Maggie

    • Vielen lieben Dank!
      Das Kleid wird es definitiv geben. Spätestens im Frühjahr. Ich bin mir nur noch nicht so ganz sicher über die Details. Dafür ist so ein Post ja perfekt, weil auch dazu viel Rückmeldung kommt.
      Also Uboot und Seitennahttaschen. Notiert!

      • Maggie Zavelberg

        Ha!
        Wenn ich schon was wünschen darf, dann einen Rockteil in leichter A-Linie? (Bitte, bitte!) Für mich als figürlich challenged macht das immer eine Taille, die ich in natura gar nicht habe …
        Aber wenn das so gar nicht in Deine Linie passt, kann ich das verstehen.

        LG,
        Maggie

      • Maggie Zavelberg

        PS:
        Wenn ich mir die Blog-Einträge und Postings in der Nähwelt so anschaue, liegst Du mit Deinen Schnittmustern genau richtig in der Nähwelt.
        Ich habe mir im August das HSF runter geladen und schon 4 gekürzte Shirt-Versionen und 1 Kleid genäht. Die Raglan-Else ist schon gekauft und ausgedruckt auf dem Nähtisch.
        Mir gefällt vor allem, dass Deine Schnitte für viele Figur-Typen gehen und nicht nur in Kleidergröße 32 toll aussehen.
        LG,
        Maggie

        • Lieben Dank für dein Lob, Maggie. Das freut mich sehr – ein ausgestelltes Rockteil ist leider aktuell nicht in der Überlegung, aber vielleicht ein Rock..!?

  6. Wahre Worte. Ich finde es problematisch, dass es fast allen Frauen die ich kenne so geht. Als ich neulich meinen Chef auf eine Reduzierung meiner Arbeitszeit ansprach sagte ich ihm auch, dass ich irgendwie keinem gerecht werde. Daraufhin sagte er, dass ich IHM vollkommen gerecht werde. Einerseits ganz schön, aber das ist eigentlich nicht mein Lebensziel- dass mein CHEF zufrieden ist. Letztendlich habe ich heute die Reduzierung meiner Stunden unterschrieben, inkl. Gehaltserhöhung. Für mich ein sehr guter Schritt. Nich hat meine Gesundheit mich nicht in die Knie gezwungen. Aber viel fehlt nicht. Ich umarme dich!
    Jenny

    • Haha – deinen Chef finde ich klasse – aber ist das nicht typisch? Keiner sieht das große Ganze. Hauptsache du leistest deine Arbeit und bist nicht zu oft Kinder-krankheitsbedingt zuhause.
      Aber ich finde du hast eine klasse Lösung gefunden: Weniger Arbeit für mehr Geld? Ich glaube, das wäre auch was für mich! Ich schaue mal, wie ich das realisieren kann…
      Hab lieben Dank für deine Worte! :-*

  7. So wahr. So wahr.
    Dem ist wenig hinzuzufügen, da wir es wohl alle spüren.
    Ausser, dass durch deinen Stress andere gestresste nähverrückte Frauen dann einen Ausgleich finden können im Nähen eines tollen Schnittes, der nicht noch mehr Nerven kostet, da er so gut konstruiert und umgesetzt ist. Eine schöne Arbeit. Danke dafür und für deinen Beitrag zu dieser Nähwelt Ich habe daran viel Freude und nähe nach meinem Alltag als alleinerziehende berufstätige Mutter von 2 Kindern mit viel Freude die xte Else Das ist ein Ausgleich und gibt dann vielleicht auch etwas von der Freude an dich zurück…Auch, wenn das Dilemma bleibt.

    • Oh wie lieb von dir. Das bestärkt mich sehr in dem was ich tue.
      Ich frage mich doch sehr häufig, wo denn mein Platz ist in dem Überangebot von Schnittmustern.
      Wie schön, dass meine Arbeit gewertschätzt wird und Menschen wie Du einen Unterschied erkennen.
      Hab lieben Dank!

  8. Liebe Monika,

    Du hast den Nerv getroffen mit Deinem Text. Hach – ich bin ja schon länger auf Teilzeit, erneut auf Jobsuche, da ich nicht nach Helsinki ziehen wollte und dort arbeiten wollte. Die Frage an sich, war schon gut von meinem Chef… Ja – so ist das reale Leben. Jobmässig bin ich dort unterwegs, wo es so gut wie keine Teilzeitjobs gibt. Ich bringe mehr als 20 Jahre Erfahrung mit und den Firmen reichen keine 30 Std. sondern Vollzeit. Tja – ich bin in der glücklichen Situation, dass ich dies Kröte nicht schlucken muss und halte meinem Mann den Rücken frei und erleichtere uns allen das Leben. Ich mag mich – je älter ich werde – nicht mehr immer rechtfertigen müssen. Ich habe mir genug (leider auch von Frauen) anhören müssen z. B. dass ich ja in der Elternzeit alles vergessen hätte… Mag nicht mehr daran denken. Wir Frauen sollten Verständnis füreinander haben und uns stützen und nicht den Mythos leben, dass das Leben nur rosig als Mutter. Ich erinnere mich da an den ersten Babykurs von fast 13 Jahren. Alle sahen „scheiße“ aus aber waren so glücklich. Ich habe die Runde gecrasht, als ich sagte, ich fände das nicht so toll – aber würde mein Kind dennoch nie abgeben und die 1. Zeit war blöd – es kommen viele 1. Zeiten mit Kindern. Ich bin auch daran gewachsen, habe viel gelernt – auch über mich und möchte diese Erfahrung nicht missen. Nur daheim – freigestellt seit März – reicht mir nicht, aber da die Arbeitgeber meine Resource nicht heben wollen, beschäftige ich mich anderweitig und bin zuversichtlich, dass es nur länger dauert jobmässig was zu finden zwischen wie nur Teilzeit und dafür sind sie überqualifiziert… Grr! Ja – Du solltest Dir rauspicken, was Du magst. Ich source ja nicht meine Kinder komplett aus, wir Mütter wollten sie ja und da reduziere ich lieber meine Stunden als dass jemand anders auf Spielstrasse, Spielplatz, beim Reiten etc. abhängt. Da ist noch ein weiter Weg! Nur Mut Monika, da die meisten von uns zunächst Schnitte horrten, kannst Du Dir mit dem Veröffentlichen Zeit lassen… Tolles Kleid, steht Dir gut und Flanell macht mich neugierig. Würde dieses gerne auf der Haut spüren!

    • Hab lieben Dank für deine offenen Worte! Wir sollten viel mehr an uns denken und solche, für Aussenstehende unverständliche Entscheidungen treffen.
      Wichtig ist doch, dass es dir und deiner Familie gut geht. Dass ihr euch gegenseitig unterstützt und die Entscheidungen des anderen mittragt. Dann werden Auszeiten auch erträglich und man findet vielleicht die Ruhe um sich für den richtigen Job zu entscheiden.
      Ich bin gespannt wo es hinführt, dieses Jahr war geprägt vom Umdenken.
      Es bleibt auf jeden Fall spannend.
      Das Kleid kommt mit Sicherheit! Gerade auch weil ich es unbedingt haben möchte 😉

      • Das finde ich gut, dass Du das Kleid bzw. das Schnittmuster dann mit uns teilen möchtest! Hach – toll!

  9. Ach Monika, du sprichst mir aus der Seele. Dieses permanent schlechte Gewissen allen gegenüber, es nie jemandem Recht machen zu können, alles IRGENDWIE schaffen zu müssen, aber nichts (na gut, kaum etwas) so richtig RICHTIG, ständige Rechtfertigungen… Wir Mütter neigen dazu, uns selbst zu vergessen, zu verdrängen, zu verlieren. Dabei gilt doch: Glückliche Mutter, glückliche Kinder. Das Glücklichsein wird uns leider nicht leicht gemacht. Was hilft, ist Selbstbewusstsein. Denn jetzt mal ehrlich, wir Mütter machen schon einen verdammt guten Job. Wir müssen uns das nur hin und wieder mal selbst sagen. Andere tun’s ja nicht. Sei stolz auf dich. Du machst das großartig!
    Liebe Grüße, Ulrike

    • Lieben Dank für deine Worte!
      Ich merke tatsächlich, dass es leichter wird, wenn man sich austauscht. All die Kommentare sind unglaublich und eigentlich auch traurig, dass wir Mütter uns so fühlen… Aber am Ende des Tages werden wir nicht alles, aber vieles richtig gemacht haben und unsere Kinder werden es und danken, wenn wir uns beizeiten um uns selbst gekümmert haben!
      Wir können alle sehr stolz auf uns sein!

  10. Liebe Monika,
    deine Worte sind so wahr! Mir fehlt vor allem die Anerkennung. Ich arbeite von zu Hause aus und weil ich immer da bin, merkt niemand, dass das „echte“ Arbeit ist. Nervig!
    Ferienbetreuung ist hier Mangelware, also läuft gerade die Maus…
    Ich hoffe sehr, dass das schlechte Gewissen irgendwann mal weniger wird, bis dahin freue ich mich, dass ich das machen kann, was ich mir immer gewünscht habe. Und versuche dabei, entspannt zu bleiben!

    Wie es schon Lara geschrieben hat: wir können echt stolz auf uns sein!

    Liebe Grüße
    Susanne

    • Ein Segen, dass es die Maus gibt!
      Das Zuhause arbeiten sehe ich auch als eines der ganz großen Probleme. Dann kann man ja schnell mal zur Reinigung oder zum Fahrradladen – man ist ja „eh daheim“ und nach Feierabend (des Mannes) haben diese Läden meistens zu…
      In Emden war ich die Packstation der Straße – immer vor Ort… ich weiß nicht ob sich nicht manche gedacht haben, dass die ganzen Pakete alle für mich waren. haha…

  11. Liebe Monika, Du hast mir aus dem Herzen gesprochen! Es ist ein Spagat, der mal mehr, mal weniger schmerzt. Ich liebe meine Kinder, meinen Beruf und mein Leben. Aber es ist manchmal so verflixt anstrengend Allem und Allen gerecht zu werden, wenn Tage nur 24 Stunden haben und es keine Verlängerung gibt… Herzliche Grüße!

    • Vielen Dank für deine Worte.
      Wahrscheinlich müssen wir uns lockerer machen – unsere Kinder werden es uns danken, wenn wir uns auch um uns selbst gekümmert haben!

  12. Liebe Monika,
    es passiert nur noch ganz selten, dass ich von IG aus einen Blogpost anklicke, #ausgründen. Also, aus Effizienzgründen, denn ich muss mich mehr fokusieren. Dein Thema hat mich aber interessiert, weil es mich auch gerade umtreibt. Ich habe mich dazu entschieden, ab nächsten Monat statt 70% ganze 100% und zwar in einer neuen Position zu arbeiten, weil ich mich mit der Mutter- und Hausfrauenrolle nicht ausreichend identifizieren kann. Ich will mich beruflich weiterentwickeln und der Rest muss sich darum organisieren lassen, immerhin habe ich eine nicht unwesentliche Zeit vor meinen Kindern mit Studium und Promotion zugebracht. Meine zwei kleinen Kinder gehen in die Kita direkt neben dem Büro, sie spielen dort also bis um 4 oder halb 5 mit anderen Kindern und die Erzieher passen auf. Und sie sind glücklich – und keinesfalls alleine, denn hier in Leipzig gibt es sehr viele Frauen, die mehr als halbtags arbeiten.
    Und auch so kann man vor dem Essen auch noch eine kleine Runde im Hof spielen oder ein Buch vorlesen (ist für alle gut, um runterzukommen). Diese Zeit wissen die Kinder dann auch besonders zu schätzen. Wir haben eine Haushaltshilfe, die einmal in der Woche kommt und die Wohnung putzt und abends gibt es jetzt nur noch Schnitte mit Rohkost. Kochen, backen, Marmelade kochen und ausgiebig im Park spielen können wir am Wochenende.
    Ich bewundere jede Frau, die selbstständig arbeitet, denn in meinen Augen kostet das sehr viel mehr Energie und Kraft als ein mehr oder weniger geregelter Job. Eine Frau, die sich jahrelang den ganzen Tag um ein oder mehrere Kinder kümmert bewundere ich ebenso, aus mehreren Gründen. Zum einen für die Energie, zum anderen für die Überzeugung, die eigenen Ziele im Leben zurückzustellen (falls die Mutterrolle nicht das Lebensziel ist).
    Also, ich kann diesen Konflikt sehr gut nachvollziehen, denn es erfordert einfach sehr viel Struktur und Effizienz, Familie und Job unter einen Hut zu bringen. Aber ich denke, dass es nicht unmöglich ist. Ich habe für mich (und mir hat es auch meine Gesundheit gesagt) festgestellt, dass ich auch weniger machen könnte, um allen gerecht zu werden. Eher müsste ich mehr für mich ganz persönlich machen, um mir mehr gerecht zu werden 😉

    Naja, ein spannendes Thema. Danke, dass du deine Sicht geteilt hast.
    Ach ja: Sushi bestelle ich auch immer mal an solchen Tagen wie du sie beschrieben hast. Und das ist auch ok – mein Mann und ich gehen beide arbeiten, verdienen Geld, wir essen es total gerne und das Sushi-Restaurant freut sich. Eine klassische Win-Win-Situation also 😉

    Das Kleid ist übrigens super!

    • Liebe Annemarie,
      herzlichen Dank für deine lange ausführliche und sehr persönliche Antwort.
      Ich glaube fast wir müssen: Weniger machen, weniger schlechtes Gewissen haben, weniger perfekt sein… Deine Entscheidung für mehr im Beruf ist genauso gerechtfertigt, denn deine Kinder sind gut betreut und fühlen sich mit Sicherheit genauso geliebt. Die Qualität der gemeinsamen Zeit entscheidet und ich denke wenn man entspannt abends beim bestellten Sushi sitzt oder einfach „nur“ eine Buchstabensuppe kocht, ist das tausend Mal besser, als die perfekte Mutter aus den sozialen Medien zu sein, die Gesichter in die Gurke schnitzt und sich zerreißt und dann doch nicht zufrieden mit der Gesamtsituation ist.
      Alles Liebe für dich!

  13. Sabine/barbarix

    Liebe Monika
    Was für ein toller Text, den hier sicher alle nachvollziehen können. Auch bei mir mit dem 50% Job im sozialen Bereich, dem Mann der selbstständig und auch oft abends am arbeiten ist und entsprechend dem Haushalt und Garten und und und welcher an mir hängen bleibt. Sport und nähen geht dann nur unter schlechtem Gewissen oder abends nach 20h wenn die Kinder im Bett sind und ich müde. Und ganz bestimmt sieht das Haus nicht aufgeräumt und geputzt aus wenn einmal eine andere Mutter vorbei kommt. Ganz zu schweigen von der Organisation, wenn die Kinder krank sind…. ich hatte auch anfangs Jahr gesundheitliche Schwierigkeiten und überall gekürzt wo es nur ging. Das ist zwar okay, geht aber leider auch zu Lasten von tollen Dingen.
    Dein Kleid ist wunderschön und ich würde es mir sehr gerne nachnähen. Auch nächsten Winter. Oder übernächsten. Einfach wenn es dann da ist freue ich mich!
    Danke für Text und Bilder!
    Lieber Gruss Sabine

    • Liebe Sabine,
      so viel wunderbares Feedback zu meiner Arbeit, dem Kleid und dem Artikel bestärken mich sehr in dem was ich tue. Und auch wenn ich es furchtbar finde, dass alle hier zustimmend nicken und es den meisten ähnlich geht, so ist es gut sich austauschen und sich vielleicht auch helfen zu können.
      Pass gut auf dich auf!

  14. Liebe Monika!
    Das Kleid ist der Hammer, besonders das Detail der vorderen Mitte gefällt mir außerordentlich gut #detailsmattermost.

    Aber viel wichtiger ist Dein Text. Du hast in jedem einzelnen Punkt so recht. Jeden Tag, jede Minute stehen wir zwischen den Welten, haben die Antennen überall, müssen 1000 Dinge bedenken und koordinieren, Zeiten einhalten und auf dem Weg noch schnell den Einkauf meistern. Und dabei noch gut aussehen, denn man könnte je Kunden treffen (das mag ein individuelles Thema sein, jedenfalls treffe ich grundsätzlich immer Kunden, wenn ich völlig verpeilt beim Bäcker oder an der Kasse stehe). Es ist ein ständiges Gehetze und meistens am Limit.

    Und trotzdem bin ich irgendwie glücklich. Und stolz. Und würde es nicht anders wollen. Ich will weder keinen Job noch einen anderen. Was ist es dann? Manchmal mehr Ruhe und die Möglichkeit/ Fähigkeit Dinge auch mal liegen zu lassen? Mehr Anerkennung und Verständnis? Beides. Am Anfang wurde ich im Laden sogar mal gefragt, was ich denn hauptberuflich mache… besonders liebe ich auch die Schlussfolgerung anderer, dass ich den Laden ja nur mache wegen der Kinder, weil Nähen ist ja was für Muttis . Aber derartiges darf man einfach grundsätzlich nicht ernst nehmen.

    Lange Rede, kurzer Sinn. Wir können alle verdammt stolz auf uns sein!

    Liebe Grüße, Lara

    • Tatsächlich bin ich erst ein einziges Mal in Emden auf dem Markt erkannt worden – am Kleid. Hier in Bremen habe ich aber auch schon oft darüber nachgedacht, (gerade heute im Turnverein) ob ich so aussehe wie auf dem Blog (weit gefehlt! haha…) Du stehst natürlich noch viel exponierter vor dem Kunden.
      Und ist es tatsächlich so, dass selbst ein Laden (der ja Miete kostet) als Hobby abgetan wird?
      Ich miete demnächst auch ein Büro, damit ich offiziel arbeiten gehe…
      Das wichtigste ist aber doch, dass wir selbst überzeugt sind von dem was wir tun und das auch nach außen spiegeln sollten!
      Stolz! Auf jeden Fall!
      Freu mich schon auf unsere nächste Aktion und hoffentlich bald mal wieder in Berlin oder Bremen!

      • Liebe Monika,
        lass Dir gesagt sein, dass Du du durchaus auch in Schwachhausen erkannt wirst (oder eine Doppelgängerin hast ;-)) – aber nicht jeder Mensch fühlt sich wohl dabei, fremde – bzw. nur digital wohlbekannte – Menschen auf der Straße einfach anzuquatschen… 😉
        Zum Thema kann ich mich mangels Kind nicht äußern, zum Kleid schon: einfach schön! 🙂
        Liebe Grüße, Ulrike

        • Ups… nun denn, das war es dann mit dem Inkognito leben 😉
          Aber klar, natürlich, du kennst ja mein Foto vom Blog.
          Eigentlich seltsam, zu wissen, dass man erkannt wird, ohne den anderen zu kennen.
          Sag gern „hallo“, beim nächsten Aufeinandertreffen!

  15. Guter Text! Was bin ich froh diese Zeiten hinter mir zu haben!!!
    Ich freu mich auf ein Kleid für Webware…. dein Flanellkleid würde mir schon gefallen.‘ Etwas mehr‘ am Hals würde mir noch besser gefallen 🙂
    LG
    Christine

  16. Liebe Monika! Dein Text ist gut…du hast recht.ich bewundere alle Mütter, die diesen Spagat schaffen!!!
    Ich selbst habe 8 Kinder und ab Kind drei habe ich mich gegen den Spagat entschieden. ..und bin nun „nur-mutter“und rückenfreihalterin,denn mein mann ist selbstständig und arbeitet viel.manchmal fehlt mir die Arbeit und der Austausch mit anderen sehr,aber oft bin ich auch zufrieden mit meiner Entscheidung. Ich spüre ich werde älter und die Versuche zwischendurch doch ein bisschen zu arbeiten, haben mich ahnen lassen WIE schwer das wäre, das auch noch drauf zu packen.ich weiss ich würde es nicht schaffen.noch nicht.vielleicht kommen wieder andere Zeiten; der kleinsten ist jetzt 7…
    Aber ein schlechtes gewissen. .Das haben.ich „nur-mutter“..Wenn ich es z.b. Manchmal einfach überdrüssig bin und soo gerne mal raus käme…oder auch nur mal länger nähen…
    So…nun zum Kleid! !Man sieht natürlich, dass du Profi ist!!perfekt undtotal schön!!!
    Lass dich nicht hetzen und sei achtsam !!Liebe grüße tanja

    • Liebe Tanja, 8 Kinder! Wie falsch fühlt es sich da für mich an, dass du schreibst, dass du „nur Mutter“ bist. Du machst einen unglaublichen Job und hast es mehr als verdient auch mal überdrüssig zu sein und dir Zeit für dich zu nehmen!
      Nimm sie dir! und hab lieben Dank für dein tolles Feedback zu meinem Kleid!

  17. Du sprichst mir aus tiefster Seele. Ich kann einfach nicht mehr. 2 Kinder schon geschafft (Sorgen hören trotzdem nicht auf), Twins noch im Haus (Pubertät), Ausbildung gemacht, Arbeiten gehen, Körperlich eingeschränkt….
    Und immer noch ist es nicht gut genug. Und wenn es der Mann und die Kinder nicht sind ist es das Umfeld was immer blöde Sprüche kann. Ich kann Dich so gut verstehen.

    • Wie traurig, dass wir uns so abhängig machen, von dem was andere denken und sagen. Dabei sollte man sich doch auf sich selbst konzentrieren und auf die Dinge die wirklich wichtig sind.
      Ich wünsche dir die Anerkennung, die du verdienst und vor allem Rückhalt in der Familie.

  18. Ich zieh den Hut vor dir, kenne den Spagat nur zu genüge, die Gefahr sich selbst zu verlieren ist groß. Dein Entschluß umzuorganisieren ist gut, lass dich nichtt unterkriegen!

    • Lieben Dank für deine Worte – im Endeffekt ist es doch so – ich mache mein Deadline selbst – also habe ich es irgendwie auch selbst in der Hand…

  19. Liebe Monika, ich glaube du trifft den Nerv vieler Mütter – ich fühle mich im Moment auch zerissen zwischen meinem „echtem“ Job (50%) der mich sehr fordert – mit Menschen zu arbeiten erfordert mehr Empathie und Hingabe als ein PC. Meine Kinder die ich auch öfter mal „Parke“ oder alleine machen lasse damit ich meinem „Hobby“ dem Nähen nachkommen kann – ist ja irgendwie auch nicht mehr nur ein Hobby, ich gehe z.B. Verpflichtungen ein Deadlines zu halten & klar ist das meine Entscheidung aber ich tue es gerne weil es meinem Kopf andere Aufgaben gibt, manchmal auch einfach nur abschalten. Ohne Musik, Podcast oder ähnliches nur ich, der Stoff & die Nähmaschine.
    Danke für deine Worte.
    Liebe Grüße
    Anke
    PS: Das Kleid steht dir ausgezeichnet & ich stelle mir ein ausgesprochen gutes Tragegefühl des Flanells vor.

    • Vielen lieben Dank. Ja, der Flanell ist wunderbar. #secretpyjamas und so! 😉
      Die Arbeit „mit Menschen“ stelle ich mir tatsächlich noch belastender vor, weil man doch nicht umhin kann, die ein oder andere Sorge mit nach Hause zu nehmen.

  20. Liebe Monika, dein Text hat mich sehr berührt, denn er spricht mir aus der Seele.
    Auch wenn ich fest angestellt bin und als Musikerin mein Hobby zum Beruf machen konnte, zerreißt es mir manchmal fast das Herz, wenn ich, zumindest gefühlt, nicht genug für meine Tochter da zu sein.
    Liebe Grüße Britta

    • Lieben Dank. Ich glaube es macht wenig Unterschied, was man arbeitet als Mutter. Die Tatsache, dass man nicht da ist, reicht um sich „unwohl“ zu fühlen. Auch wenn unsere Kinder doch in den meisten Fällen glücklich und gut betreut sind…

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