Throwback TweedDay

I have always wanted to have a Harris Tweed Jacket.
It started in 1992 when I chose a piece for my journeyman’s examination. My
master craftsman suggested to sew a jacket for my father. But as I had
already sewn trousers for my boss for the intermediate exam, I insisted
on sewing one for myself.

Die deutsche Übersetzung findet sich am Ende dieses Posts!

As you clearly can see – it is a tiny bit out of style…
Just remember that I have sewn this jacket  23 years ago… The shoulder pads are not exactly 80s but still way too much and if you could hold it in your hands you would feel that it is really stiff! Loads of horse hair interfacing, loads of basting and handstitching – I worked over 40 hours on that thing…

Anyway – I have to say that I still love the jacket for what it is and
although it was never actually worn, I am really proud of it (even more
now that I am showing it to you).

But – to speak about my love for Harry!
Funny enough that I discovered that beautiful checked HarrisTweed back then and spent all my money buying it.
So I could definitely not resist as Merchant&Mills provided (in addition to the beautiful linen for my Curlew Dress) their Tweed for my Haremere Jacket.

Authentic Harris Tweed is issued with the Harris Tweed Orb Mark after
inspection by the Harris Tweed Authority.

First of all, and the most important thing to know, if you choose Harris Tweed for a garment is:
You don’t have to be scared.
Don’t be afraid because it is so expensive, or special, or because it is hand-woven…
Harris Tweed is one of the easiest fabrics to work with.
It will definitely help you, being smooth and easy to align, it will forgive you little mistakes or wonky topstitching, the ease in the sleeve cap is easily gathered and the best of all:
Once ironed it will never loose its shape again. (Maybe if you get lost in a thunderstorm – but even then the wool will soak up most of the rain…)

Can you spot a mistake in this picture? Yes of course! Thunderstorm is missing…

But before you „Hooray for Harry“ you have to deal with the pattern…
And as you can read here and there… it is not a beginners one.
It was easy for me, even though I did not follow every step, but used my experience…

There were some irritations about the markings in the pattern pieces, some notches were missing and some information on the pattern piece for the under sleeve, where to cut for the lining. But apart from that it is properly made.

size/fit:
My measurements put me in size M
but after looking at the ease I decided to make the jacket in size S. Even though it is not as slouchy as it should be in the end, I am perfectly happy with it.
Too oversized is not my style.

 

changes: 
– pattern pieces for interfacing: I did not use them. I think it is a waste of effort. I just cut strips that are 1 cm wider than the seam allowance and cut them while ironing on. Quick and easy… 
– collar facing: I wish I would have thought about that before cutting. The facing does not include some extra width, so the collar has no chance to roll properly over your shoulder/neckline. As I just realized this during the sewing I changed the „how to“.
Please have a look at the instructions of the book:
19) I did not match back neck and shoulder of collar and front – but left them apart and stitched only inside the seam allowances of the front. And: I did not snip the corners at that point.
20) I pinned and stitched the front neckline to the back neckline and ironed out the seam allowances.
21) I snipped the corners and closed the shoulder seams.
23) I stitched the hanging loop only to the center back of the collar and…
26) …stitched the back neck lining also only to the collar neckline. Then I turned the lining up, aligned the collar to the neckline (think of some additional width for the shawl), tacked it and sink-stitched it all together through the neckline seam from the right side.  Then I turned the lining down again, stitched the facing to the shoulders and sewed the lining to the shoulder by hand.
In this way I reduced the amount of seam allowances laying all together in one seam at the neckline and my shawl collar can roll smoothly now.
Look at that beautiful Merchant&Mills bag that I purchased earlier this year.

– sleeve cap ease: I do not understand why you need to gather a sleeve that has to fit in a jacket with dropped shoulders – it doesn’t make sense and so (thank you Harry, you helped a lot) I’ve sewn it in nearly flat.

Apart from that teenytiny trouble with Harry all went well and I really do love the Haremere!
It will be my  favorite coat for the coming season and even though we did not have the perfect weather for presenting such a garment I hope that you got a slight insight into the pattern.

Thank you again Merchant&Mills for adding this beautiful blackandblue Uig to my collection of Harris Tweed Jackets! There will be more in the future I am sure (even though it will last 100 years – minimum…)

…and now:

Let’s „Hooray for Harry“!



Und schließlich, die deutsche Version…


Ich wollte immer schon eine Jacke aus Harris Tweed.
Es begann 1992, als ich über mein Gesellenstück nachdachte.
Mein Handwerksmeister schlug vor, dass ich ein Jacket für meinen Vater
nähen sollte, aber da ich schon die Hose der Zwischenprüfung für meinen
Chef genäht hatte, bestand ich darauf, etwas für mich zu nähen.

Wie man deutlich erkennen kann, ist es ein bisschen „out of style“…
…und
wenn man bedenkt, dass ich die Jacke vor 23 (!) Jahren genäht habe, ist
es schon unglaublich, dass sie mir immer noch passt…

Die
Schulterpolster haben zwar nicht mehr ganz 80er Jahre Ausmaße, aber
dennoch sind sie viel zu massiv und wenn man die Jacke in die Hand nimmt,
so ist sie sehr steif und schwer. Im Inneren findet man eine
Menge Rosshaareinlage, die von Hand „untergeschlagen“ und „pikiert“
wurde, unzählige Handstiche und insgesamt über 40 Stunden Arbeit… 

Trotzdem muss ich sagen, dass ich diese Jacke immer
noch sehr liebe und obwohl ich sie nie wirklich getragen habe, bin ich
doch richtig stolz darauf. 

Aber – ich wollte ja über meine Liebe zu Harry sprechen!
Im Nachhinein finde ich es sowieso erstaunlich, dass ich damals diesen wunderschön karierten Harris Tweed fand und mein ganzes Geld dafür ausgegeben habe.
Und so konnte ich natürlich nicht widerstehen, als Merchant&Mills mir (zusätzlich zu dem tollen Leinen für mein Curlew Dress) auch noch Tweed für das Haremere Jacket anboten.

Jedes Kleidungsstück aus Harris-Tweed ist mit einem Echtheitsetikett ausgezeichnet, das das Markenzeichen des Harris-Tweed, den Orb, einen Reichsapfel, trägt.

Zu allererst und am allerwichtigsten, wenn man sich für Harris Tweed
entscheidet ist, dass man keine Angst haben muss, weil er so teuer ist,
oder so besonders, oder weil er handgewebt ist…

Harris Tweed ist
einer der am einfachsten zu verarbeitenden Stoffe. Er lässt sich
wunderbar vernähen, ohne dass kleine Fehler auffallen, Einhalteweite
lässt sich leicht gleichmäßig verteilen, aber das beste von allem:

Einmal
gebügelt, behält er seine Form. (Es sei denn man gerät in einen
Gewittersturm – aber selbst dann, wird er die größte Menge an Regen
aufsaugen…)

Aber vor dem „Hooray for Harry“ muss man sich leider mit dem
Schnitt auseinander setzen…

 

Und wie man hier und dort lesen kann, ist es kein
Anfänger-Projekt.

 

Für mich war es einfach, auch wenn ich mich nicht exakt an
die Anleitung gehalten habe, so konnte doch auf meine Erfahrungen zurückgreifen.



Einige Markierungen auf dem Schnitt haben mich irritiert,
mir fehlten einige Knipse für die Nahtzugaben und auf dem Unterärmel fehlt die
Info, wo man den Schnitt für das Futter kürzen muss.


Alles in allem hat aber alles gepasst! 


Größe/Passform:



Meinen Maßen nach hätte ich eigentlich M nähen müssen, habe mich
dann aber aufgrund der Zugaben für S entschieden. Und obwohl die Jacke nicht so
slouchy ist, wie angedacht, bin ich mehr als zufrieden mit meiner Wahl.
Zu oversized ist nicht mein Style. 

Änderungen:

– Schnittteile für die Saumeinlagen: Die habe ich nicht
benutzt und ich finde es ist unnötige Arbeit sie abzupausen. Ich schneide
einen Streifen, der 1 cm breiter ist als meine Saumzugabe, schneide ihn in
passende Längen und bügele diese auf.

– Kragenbeleg: Ich wünschte, ich hätte darüber nachgedacht,
bevor ich zugeschnitten habe. Im Beleg ist keine extra Rollweite vorgesehen,
und so kann sich der Schalkragen nicht vernünftig über die Schulter/das Halsloch
legen. Nachdem ich das erst beim Nähen realisiert habe, habe ich die Art der
Verarbeitung geändert.

 

Bitte die einzelnen Punkte mit der Anleitung im Buch vergleichen:

19) Ich habe den Kragenbeleg nicht direkt mit dem Vorderteil
verbunden. Stattdessen habe ich den Beleg lose gelassen, und habe nur im
Vorderteil innerhalb der Nahtzugaben durchgesteppt. Die Ecken werden später
eingeschnitten.

 

20) Das vordere Halsloch habe ich an das rückwärtige Halsloch
gesteckt und dann genäht. Nahtzugaben auseinander bügeln.
21) Jetzt erst habe ich die Ecken eingeschnitten und dann
die Schulternähte genäht.
23) Der Aufhänger wird mittig an den Kragenbeleg genäht und…
26) …auch das Futter wird nur an den Kragenbeleg genäht. Nun
habe ich das Futter nach oben geklappt, den Kragenbeleg ausgerichtet (dabei die
Rollweite berücksichtigt), geheftet und von rechts im Nahtschatten der
Halsloch-Naht durch alle Lagen hindurch festgesteppt. Dann habe ich das Futter
zurückgeklappt, den Beleg an den Schulternähten festgesteppt und das Futter von
Hand darüber staffiert. 

Auf diese Weise habe ich die Anzahl der Nahtzugaben die im
Nacken übereinander liegen reduziert und ich hatte die Möglichkeit die
Rollweite für den Schalkragen mit einzubringen.

– Einhalteweite im Ärmel: Ich verstehe nicht, wozu man in
einem Ärmel, der in eine Jacke mit überschnittenen Schulter hineinpassen soll, Einhalteweite
benötigt. Für mich macht es keinen Sinn und (Danke, Harry!) so habe ich den
Ärmel ziemlich glatt eingenäht.

Abgesehen von diesen klitzkleinen Schwierigkeiten hatte ich
keinerlei Probleme die Jacke zu nähen, oder der Anleitung zu folgen und ich
liebe meine Haremere Jacke sehr! Sie wird wohl zu meiner Lieblingsjacke für den
kommenden Herbst aufsteigen und auch wenn wir nicht annähernd das perfekte
Wetter hatten, um solch ein Kleidungsstück zu präsentieren, so hoffe ich doch,
dass man einen kleinen Einblick in den Schnitt bekommen konnte.

Vielen Dank nochmals an Merchant&Mills, dass ich ein
weiteres wunderschönes schwarzblaues Stück Harris Tweed zu meiner Kollektion
hinzufügen konnte. Es wird sicher nicht das letzte gewesen sein. (Auch wenn die
Jacke sicher mindestens100 Jahre hält…)

…aber jetzt:

 

Let‘s „Hooray
for Harry“!

 



thank you so much Suse for making these lovely pics and chasing the sheep with me!

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