Projekt Y – zwischen Sinnsuche und Sicherheitsbegehren

Ihr lieben Leser*innen, Follower auf Instagram und Facebook, liebe Newsletter Abonnent*innen, liebe Elsenschwestern.

Dies ist ein sehr ehrlicher, persönlicher Post. Es geht um Dinge, Gefühle, Empfindungen, Beobachtungen, die ich schon sehr lange mit mir herumtrage und die ich bislang nicht geteilt habe, aus Sorge, dass ich jemandem zu nahe trete. Ich möchte, dass ihr beim Lesen des Posts wisst, dass es allein um meine eigenen Gedanken und Gefühle geht. Um meine Sichtweise auch und vor allem auf meine eigene Tätigkeit. Vielleicht liegt es daran, dass ich in diesen Beruf hineingeschliddert bin und ihn zu lange für mich nicht in Frage gestellt habe…

Und… die Stoffe sind einfach zu schön… 😉 Vor allem der Neueste von Lara, der gerade auf meinem Zuschneidetisch liegt, wenn Ihr das lest und den ich euch aber erst nächste Woche zeigen darf!

Ich freue mich, wenn ihr den langen Text bis zum Ende lest und mir gerne einen Kommentar hinterlasst, wie ihr selber zu dem Thema steht.


 

„ich widerspreche mir lieber, als dass ich mich wiederhole. (…) ach, die künstler, die gefangene ihres stils sind, griesgrämig in die welt sehn und verbissen auf den grünen zweig des supererfolgs wollen; verwerft den stil, ändert ihn jede woche, ändert euren namen jede woche, ändert eure haarfarbe, eure perücke jeden tag, ändert euer vokabularium, eure vorgefaßte meinung über den nächsten und in der politik jeden tag, eure lebensart jede woche, ändert euren job, kommt der veränderung zuvor, die die zeit mit uns vorhat.“
maria lassnig

 


 

Das Zitat von Maria Lassnig und der Titel meines Posts könnten nicht besser passen in die aktuelle Zeit. Der Titel ist angelehnt an die Generation Y, die sich (laut Heinrich Böll Stiftung) zwischen Sinnsuche und Sicherheitsbegehren befindet.
Mein Post und das Projekt sind seit Mitte Januar geplant und ich bin schon die ganze Zeit auf der Suche nach noch mehr Hintergrund, nach der richtigen Strategie, nach den richtigen Worten, um zu beschreiben, was mich schon eine ganze Weile umtreibt.
Und nun legt mir „die aktuelle Situation“ quasi ein fast ausformuliertes Konzept vor die Füße…

Stay at home – use what you have! Und ändert eure Perspektive, euer übliches Verhalten.

Aber von Anfang an.
Schon lange bin ich ein wenig müde, was die Entwicklung in der (zumindest Online-) Nähszene betrifft. Die Flut der neu erscheinenden Schnittmuster machen mich müde… vielleicht ist müde nicht der richtige Ausdruck, es schwankt zwischen müde, ernüchtert, gelangweilt, erstaunt, irritiert und oft auch mit ungläubigem Staunen.
Wie viele von euch wissen, nähe ich gefühlt schon immer. Als Kind habe ich bereits auf dem großen Tisch im Schlafzimmer meiner Eltern gesessen und habe Stoffe, Schnittmuster und Zeitschriften durchsucht nach Kleidungsstücken, die meine Mutter für mich nähen könnte. Wir haben aus diversen Schnitten, neue Ideen gesammelt und kombiniert, lange bevor das Wort „Schnittmuster-Hack“ erfunden war. Ich bin müde immer neue Schnittmuster zu sehen, die sich  im Grunde gleichen, sich nur durch eine Naht oder einen eingerüschelten Ärmel unterscheiden. Aber die ganze Industrie arbeitet so und suggeriert dem Kunden jede Saison, dass dies aber doch nun der neueste heiße Scheiß ist und er es unbedingt benötigt. Steht mir nicht? Hab ich schon? Egal!

#absoluteshabenwollen #aufdenSchnitthabeichdieganzeZeitgewartet sind nur 2 von endlosen Reaktionen auf neue Angebote… Es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht über ein neues Schnittmuster, ein neues Label oder einen Aufruf zum Probenähen stolpere.
Selten ist etwas wirklich Neues oder Innovatives dabei, oftmals handelt es sich nur um eine abgeänderte Silhouette, eine geänderte Schnittführung, eine Teilungsnaht, eine eingesetzte Rüsche. Im einfachsten Fall ist es einem außergewöhnlichen Stoff oder einer besonderen Foto-Location geschuldet, dass der Post ein sofortiges #habenwollen in seinen Betrachtern hervorruft.

Wie sieht es bei mir selbst aus?

Auch mein Portfolio strotzt nicht  vor neuen innovativen Schnittmustern. Es gibt den ein oder anderen Versuch, etwas einzigartiges zu entwickeln, wie etwa das Baukastensystem der Else, das es bis dahin noch nicht in dieser Form gab, die Rockbüx (wobei es Haremshosen auch schon gab…) oder das erweiterte Baukastensystem der Elsenschwestern. Dazwischen tummeln sich „noch ein Wickelkleid„, „ein anderes (justanother) T-Shirt“ – hier hatte ich das Thema schon einmal angerissen – noch ein Shirt, ein Raglankleid und noch ein Raglanshirt und diverse andere Schnitte, die so oder so ähnlich auch bei anderen Anbietern zu finden sind.
Bei jedem mit der eigenen persönlichen Note, aber im Prinzip… ja, das gleiche Prinzip.
Und jede Kundin hat den Lieblingsdesigner, dem sie vertraut und dessen Schnitt besser an ihr sitzt, als der des anderen. Vollkommen legitim und es wäre auch komisch, wenn es anders wäre. Wir sind Individuen.

Aber genau das ist der Grund, der mich damals in der Industrie hat kündigen lassen. Ich war als Direktrice im Produktionsschnitt eines namhaften Blusenherstellers und bearbeitete die liebevoll ausgearbeiteten Vorlagen der Erstschnitt-Direktrice für die Produktion. Wir sind oftmals mit den Zeichnungen der Designerin zur dienstältesten Kollegin gegangen, nur um uns die Saison und das Jahr nennen zu lassen, in der diese Bluse so oder so ähnlich bereits auf dem Markt war.
„Mach den Saum ein bisschen schmaler und setz eine Rüsche an den Ärmel… Fertig…“

Und nun fühle ich mich, als wäre ich erneut in der gleichen Mühle gelandet…

Im Januar war ich tatsächlich kurz davor dieses Unternehmen an den Nagel zu hängen. Eine Bewerbung war raus, ein Vorstellungsgespräch war erfolgreich absolviert, ein konkretes Stellenangebot lag auf meinem Schreibtisch. Ich hätte diese Stelle (die befristet war auf ein halbes Jahr) gerne angenommen, um Abstand zu gewinnen, zu dieser immer schneller werdenden Zeit – leider gab es Gründe das Angebot nicht anzunehmen.

Eine Chance in der aktuellen Zeit – Slow down

Nun hat sich die Zeit selbst ausgebremst und ich denke darüber nach, was diese Krise, die so groß und global ist, für mich bedeutet.
Aktuell bin ich sehr froh über mein Online Business. Auch wenn ein Schulkind zuhause eine extra Herausforderung für mein Home Office darstellt, so weiß ich auch, dass wir in einer privilegierten Situation sind. Ich muss keinen Sonderurlaub nehmen, oder meinen Laden schließen. Ich mache theoretisch „einfach weiter“ wie bisher und hoffe auf euch, meine Kundinnen und Follower, dass Ihr trotz der angespannten Lage Zeit und Muße habt, weiterhin zu nähen und euch Zeit für euch einräumen könnt und wollt! Dass Ihr Freude an meinen Schnittmustern habt, dass Ihr in mir Eure Lieblingsdesignerin gefunden habt – vielleicht auch nur für diesen einen Schnitt, auch wenn ich sie gerade in Frage stelle.

Meine oben ausgeführten Gedanken zur SINNSUCHE in diesem Business haben sich nicht verändert und auch wenn wir online nach wie vor alle Möglichkeiten haben, so können wir auch hier das Hamstern nach immer neuen Schnitten einfach mal überdenken und im „Vorratsschrank“ nach Dingen suchen, die da schon lange vor sich hinschlummern und endlich mal verbraucht werden müssen. Auch lohnt es sich kreativ zu werden und mit Vorhandenem Neues zu erschaffen.

Kommen wir also zum SICHERHEITSBEGEHREN. Etwas Vorgegebenem zu folgen schafft Sicherheit, einer Gruppe anzugehören, schafft Sicherheit. Etwas genauso zu nähen wie die anderen im Internet schafft Sicherheit. Man hat es schon mal irgendwo so gesehen und für gut befunden. Und man möchte „das dann genau so kaufen, alles auf einem Bogen“. Also quasi die Fertigpizza der Nähwelt – das fertige Schnittmuster. Ich kann das alles so gut verstehen und nachvollziehen. Auch ich gehe gerne einfach mal los und kaufe etwas, nur um nicht selbst aktiv werden zu müssen. Ich freue mich, wenn jemand anderer die Denkarbeit für mich bereits erledigt hat. Und nicht alle sind mit diesem bildlichen Vorstellungsvermögen geboren und brauchen eine Vorlage, ein Vorbild. Und auch mir passiert es oft, dass sich meine Vorstellung von der Realität unterschiedet und eine „Lieblingsidee“ in der Tonne verschwindet.

Aber ist das die Individualität, die wir uns gewünscht haben mit dem Selbernähen? Dass wir eine Vorlage nachnähen, gleicher Schnitt, gleicher Stoff ist machbar – gleiche Figur und gleicher Typ oftmals eben nicht…

Also: Weniger Fertigpizza, mehr eigene Zutaten!

Machen wir uns doch auf die Suche nach dem, was uns als Individuum ausmacht. Und das sind, denke ich nicht die immer neuen Verlockungen, sondern die Konstanten im (Näh-)leben, die mir dann eben die Sicherheit bieten, dass mir dieses eine Teil genauso steht und passt und ich nicht mehr über meine Kleidung nachdenken muss, weil sie mich unterstützt und ich dahinter nicht verschwinde.

In meinem neuen Projekt soll es also um die Suche nach dem WHY! (wie man Y auch aussprechen kann) gehen – also das WARUM meiner Arbeit – viele wissen, dass mich die technische Umsetzung und das „wie funktioniert das eigentlich“ eines Schnittes immer mehr interessieren, als das fertige Kleidungsstück…
Oder auch das WARUM eurer Entscheidung möglichst viel eurer Garderobe selbst zu nähen. Warum machen wir das eigentlich? Geht es darum, möglichst viele Schnitte zu kaufen, auszuprobieren, dazuzugehören zu einer Gruppe, zu einem Hashtag? Oder geht es eher darum die eigene Garderobe individuell und möglichst variabel herzustellen. Möglichst variabel mit wenigen Teilen (Stichwort Capsule), hieße ja auch möglichst wenige experimentelle Formen zu benutzen, damit Stilmäßig ein roter Faden entsteht. (Die Grafiker unter euch dürfen mich gerne korrigieren, wenn ich falsch liege).

Schlussendlich also um die Frage: wie viele neue Schnittmuster benötige ich, um variable abwechslungsreiche Kleidungsstücke herzustellen. Was auch wieder zu einer gewissen Sicherheit führt. Einen Schnitt, den ich schon oft genäht habe, nähe ich quasi ohne Fehlschüsse – denn ich habe ihn wahrscheinlich für mich angepasst und kann ihn ohne Anprobe kurzfristig einsetzen. Keiner, der etwas Erfahrung hat, würde ein neues ungetestetes Schnittmuster verwenden, wenn man „schnell“ ein neues Outfit braucht, richtig!?

Die Idee des Projekt Y

Meine ursprüngliche Fragestellung war also: Wohin führt es, wenn man sich konsequent mit nur 2 Schnittmustern durch die 4 Jahreszeiten näht… Dieses Konzept haben Lara und ich in den letzten Tagen ein wenig aufgeweicht und ich freue mich sehr, Lara wieder als meine Stoffpartnerin und „Sister in Crime“ bei diesem Projekt an meiner Seite zu wissen. Schon mal tausend Dank für Dein Mitdenken und das Ausscheren aus meiner Komfortzone!

Das erweiterte Konzept dreht sich um einen Rock, den ich schon eine Weile in der Schublade liegen habe. Er hätte schon längst herauskommen sollen, quasi wie eine Fortsetzung von „rockt!„. Ein Rock, den meine Freundin Yvonne (daher auch das Y) häufig trägt, den ich schon lange selber haben wollte und den ich nun adaptiert habe.

Die Aufgabe ist, diesen Rock in den kommenden 4 Jahreszeiten 4 mal zu nähen (wir starten heute mit dem Frühlingsanfang ) und dazu jeweils ein Oberteil nach einem Schnittmuster aus dem Bestand zu nähen. Es darf kein Schnitt sein, den ihr extra neu gekauft habt, aber es darf gehackt und kombiniert werden. Vielleicht habt ihr auch ein passendes selbstgenähtes Teil bereits im Schrank. Bluse oder Shirt ist beides erlaubt.

Ursprünglich wollte ich nur die Elsenschwestern in ihren Varianten kombinieren, wollte euch, wenn ihr Lust habt uns bei diesem Projekt zu folgen, aber nicht zu sehr einschränken. Dennoch wird meine erste Bluse wohl ein Elsenschwestern-Adelheid-Hack sein – schaut es euch mal an, vielleicht gefällt es euch. Der Plan ist im Laufe des Jahres neue Add-Ons zu den Schwestern herauszubringen. Also einen „Adelheid-Ärmel“ oder aber auch einen Hemdblusen-Ärmel inklusive Kragen, der eigentlich auch schon fertig ist, aber besser in den Herbst passt.

Aus den aktuellen Gründen ist die Bluse leider noch nicht fertig, den Rock zeige ich euch schon mal, das gesamt Outfit gibt es dann hoffentlich Ende nächster Woche, zusammen mit dem ebook für den Rock_Y. Der schöne Denim ist übrigens dieser hier von 1000Stoff.

schneidernmeistern Rock Y

Ich glaube nicht, dass man irgendetwas machen sollte, wenn es zweitrangig erscheint. Folge niemals deinem zweiten Instinkt. KL

Mit diesem Zitat von Karl Lagerfeld entlasse ich euch, danke fürs Lesen und mich würde wirklich Eure Meinung zu meinen Gedanken und Überlegungen interessieren.

Es wäre toll, wenn ihr Lust habt an diesem kleinen Projekt teilzunehmen und wir eine wunderbare Sammlung an Jahreszeiten -Outfits zusammen bekämen!
Es gibt einen extra Newsletter für das Projekt Y zu dem ihr euch hier anmelden könnt. Ich habe vor, euch immer mal wieder teilhaben zu lassen an meiner Suche nach dem richtigen Outfit für den kommen Sommer, Herbst und Winter, Schnitt- und Stoffsuche und ich informiere euch über evtl. angedachte AddOns.
Zusätzlich gibt es eine extra Facebook-Gruppe in die ich euch herzlich einlade – dort könnt ihr eure Outfits posten, diskutieren und Fragen stellen.
Und selbstverständlich gibt es für Instagram einen Hashtag #projekt_rock_y und #Rock_Y unter denen ihr Eure Röcke und Outfits zeigen könnt.

 

26 Kommentare

  1. Pingback: Rock Y - schneidernmeistern

  2. Christina

    Hallo Monika,

    Werde nicht müde. Deine Projekte sind das, was wir brauchen und uns glücklich macht.

    Weg von der Quantitätsgesellschaft hin zur Qualitätsgesellschaft. In allen Bereichen und auf allen Ebenen. Dabei darf die Umsetzung, die Möglichkeit es zu leben, nicht eine Frage des Geldbeutels sein.

    Dein Y Rock ist der Rock, den meine Mutter sich ihr ganzes Leben lang genäht hat. Die Kellerfalte, vielleicht einmal ersetzt durch zwei Falten, die sich nach außen öffnen? Ich erinnere mich gut, wie die Abnäher im Hohlkreuz angepasst wurden, wenn es ein festerer Winterstoff war und natürlich kein fester Bund, sondern ein breites Gummiband, das nach innen geklappt wurde. Der Tragekomfort muss gegeben sein.

    Wir sprechen hier von den 60-zigern, 70-, 80-, 90-gern. Es sollten wohl schon so etwa 60 Jahre des Nähens eines Grundschnittes gewesen sein, in denen viele schöne Röcke entstanden sind.
    Ein Rockmodell für alle Lebenslagen, vom Theaterbesuch bis zum Umgraben des Gemüsebeetes, von der Vorlesung in der Universität bis zur Wanderung im Schwarzwald, als Reisebasics von Kuba bis zur Lybischen Wüste und natürlich fahrradtauglich. Ein Auto hat man sein ganzes Leben lang nie besessen.

    Gerne würde ich an deinem Jahreszeitenprojekt teilhaben. Leider kann eine Vorraussetzungen nicht erfüllt werden. Nach Jahren der „Kleidungsnähabstinenz“ war letztes Jahr „The Factory Dress“ ein Leinenkleid, das erste Stück meiner selbstgenähten Garderobe. Außer dem Shirt „Wilma“ wurde noch kein Oberteil genäht.
    Gut, das Oberteil des Kleides könnte man in eine Jahreszeitenbluse umwandeln…….
    Und deine „Else 7 auf einen Streich“ ist schon zusammengeklebt, aber noch nicht genäht. Würdest du das gelten lassen?

    In freudiger Erwartung auf deinen Schnitt

    Liebe Grüße Christina

    • schneidernmeistern

      Liebe Christina,
      wunderbare Erinnerungen, die du da mit mir/uns teilst. Ich kenne diese Art Röcke sehr gut aus meiner Lehrzeit, alle mit dem besagten Gummibund, da er tatsächlich für die „fülligere“ Dame wesentlich bequemer zu tragen ist. Der Rock, der meinem Pate stand wird sehr cool alternativ getragen und unterschiedet sich nur äußerlich von dem Rock deiner Mutter. Was diesen Kleidungsstücken gemein ist, ist die Liebe zu der Form, die sich so gut anpassen lässt.
      Und selbstverständlich darfst du auch eine Else als Shirt dazu nähen, das werde ich im Sommer selber tun – zumindest ist das so geplant.
      Liebe Grüße
      Monika

  3. Tanja Brandenburger

    Moin-moin aus Worpswede! So, heute habe ich mir endlich die Zeit zu lesen genommen und sitze grade nicken und ja! denkend mit meinem Milchkaffee am Tisch. Ich habe als Jugendliche und junge Mama vor gefühlt 100 Jahren genäht, da gab es ein paar gute SM und die hab ich mehrfach genäht. Mit zunehmender kinderzahl ist das nähen erst eingeschlafen und dann vor 11 Jahren wieder erwacht. Zuerst war ich auch begeistert von den unvorstellbar vielen SM, habe selbst länger bei mialuna probegenäht… Und dann wurde ich müde!! Genau das trifft es! Immer schneller, immer mehr, immer toller fotolocations.. Das hat mich gelähmt! Ich möchte fb und insta gar nicht mehr aufmachen.
    Seit einiger Zeit nähe ich jetzt fast nur noch für mich;das ursprüngliche justanothertee war eins meiner liebsten basics!
    Seit letztem Jahr beschäftige ich mich jetzt intensiv mit meinem Stil und mit schnittanpassungen und da merkst du schnell, du brauchst gar keine neuen SM mehr! Das ist jetzt für SMH Ersteller vielleicht doof, aber auch ich sehe soo viel angeblich neue gehypte Schnitte und denke, soo neu ist das jetzt nicht. Ich habe gelernt, ich bin wieder entspannt und reduziert. Das tut gut! Dein euer Projekt finde ich klasse!! Vielleicht mache ich mit, wobei ich mir erst noch überlegen muss, ob bzw wie der Rock für mich stimmig ist. Ich danke dir für diesen Blog Eintrag und wünsche dir ein schönes Wochenende! Bleib gesund und munter! Tanja
    ( lieselottefriedrich auf insta)

    • Liebe Monika,

      DANKE für deinen Post.
      Ich hab eine Weile gebraucht, um meine Linie zu finden, für die Sachen, die ich mir selbst nähe. Jetzt hab ich sie, und deine Schnitte sind ein großer Teil meiner Basisgarderobe. Allen voran das Justanothertee, ich liebe es. ♥
      Weniger ist mehr, ja, das ist so, und ich finde es sehr erholsam, gerade auf Instagram nur wenigen Schnitterstellerinnen zu folgen. Ich brauch nicht mehr viel Auswahl. Lara und ihre Stoffe sind ein anderes Thema ;), aber da meine Garderobe inzwischen ziemlich zeitlos geworden ist, gebe ich der Versuchung bei ihr gerne nach.
      Der Rock gefällt mir sehr, und so bin ich, gerade in der aktuellen Zeit, gerne mit dabei. Ich kann ein bißchen Normalität gebrauchen.

      Bleibt gesund, und passt gut auf euch auf.
      Alles Liebe ♥

      • schneidernmeistern

        Liebe Arlette,
        das freut mich sehr! Ich finde. man sieht immer mehr Hobbynäherinnen, die sich reduzieren und versuchen ihre Garderobe zu vereinfachen. Vielleicht kann die Aktion ein Anstoß sein, gerade in der aktuellen Phase unseres Lebens.
        Und, ja, du hast Recht… Laras Angebot ist ein Thema für sich!
        Liebe Grüße
        Monika

    • schneidernmeistern

      Liebe Tanja,
      zuerst einmal liebe Grüße zurück in die Nachbarschaft.
      ja, ich weiß, dass ich mit diesem Post und auch dem Projekt meine Existenz als Schnittmustererstellerin in Frage stelle.
      Aber wie in dem Zitat von Maria Lassnig geschrieben: Man muss auch seine Meinung ändern können und neue Wege finden. Überzeugungen der letzen Tage, Wochen etc. hinterfragen…
      Und ich bin mir sicher, es ist Platz für „neue“ Schnittmuster, wenn sie eine Bedeutung haben und ich weiß nicht, ob du meine „12 days of schneidernmeistern“ an Weihnachten verfolgt hast (sie sind auf Instagram noch nachzulesen), aber dort habe ich die meisten meiner Schnittmuster noch mal Revue passieren lassen und keines davon ist ohne Hintergrundgedanken veröffentlicht worden. Das macht mich auch ein kleines bisschen stolz.
      Ich würde mich freuen, wenn du dabei bist bei meinem /unserem Projekt!
      Monika

  4. Du schreibst mir aus der Seele. Ich schaue mir gerne Schnittmuster an, aber oftmals denke ich dass ich es schon 1000 mal gesehen habe. Natürlich ist das so, denn das Rad wird ja nicht neu erfunden.
    Ich besitze soooo viele Schnittmuster ( ich gehörte!!! zu den Jägern und Sammlern) und Nähe nur einen einzigen Bruchteil davon. Ich habe lange versucht im er mit zu halten. Meine Kollegin sah immer soooo viel hübscher aus als ich. Das hat mich oftmals so entmutigt.
    Dann habe ich mich entschieden, Das ! Zu tragen was ich ! Mag. Egal ob es jemand anderem gefällt!!
    Dieser Schritt war wichtig für mich.

    Als ich das Wort „Kragen“ eben gelesen habe, habe ich mich sehr gefreut. Denn ich bin doch eher ein Kragentyp. Ich hoffe der Kragen kommt noch vor dem Herbst.

    Bleibt alle gesund

    • schneidernmeistern

      Liebe Karina,
      ich glaube, der Versuchung sind wir alle erlegen und das Internet ist eine Versuchung in Bildern – und auch die Kollegin… Ich denke, das liegt in unserer Natur und man kann sich schwer frei machen von Vergleichen.
      Das Rad kann man nicht neu erfinden, aber die Bedeutung die etwas, das man schafft hat, kann man für sich definieren. Und dann darf es vielleicht auch mal etwas sein, das schon mal da gewesen ist, aber neu interpretiert wird…
      ich gebe mir Mühe mit dem Kragen, versprochen!
      Liebe Grüße
      Monika

  5. Sonja Graus

    Für deinen Artikel möchte ich dir einen virtuellen Blumenstrauß überreichen – ich kann das alles so gut nachvollziehen…
    Ich habe erst im letzten Jahr wieder angefangen mit dem Nähen und zwar, weil ich mich aus der Spirale von in Billiglohnländern hergestellter Kleidung aus immer schlechter werdendem Material befreien wollte. Mein Ziel war, qualitativ hochwertige Materialen zu für mich tragbarer Wohlfühlkleidung zu verarbeiten; jenseits von vorgegebenen Moderichtungen, in Größe und Stil, der mir passt. Und mir hat deine Baukastenelse vor diesem Hintergrund sehr gut ins Konzept gepasst. Gerade von diesem vorherrschenden Hype, jede Woche wegen eines anderen „neuen“ Schnittes in hyperventilierende Ohnmacht zu fallen, wollte ich mich ja freimachen.
    Naja, jedenfalls sind mittlerweile auch Raglanelse und Timpetee meine ständigen Begleiter, mit den Elsenschwestern hadere ich ein wenig wegen der Größenanpassungen, aber das bekomme ich mit mehr Übung auch noch hin, so dass sie sich für mich als Basis dienen können. Von daher würde ich mich über ein paar deiner angekündigten Add-Ons freuen – und deine neue Ausrichtung kommt mir da sehr entgegen. Auch, wenn ich bisher nicht so der Rockträger bin: ausprobieren werde ich ihn auf jeden Fall.

    Herzliche Grüße

    Sonja

    • schneidernmeistern

      Liebe Sona,
      hab herzlichen Dank zu deinem Feedback für meinen Artikel. Ich habe mit Zögern nur diesen Artikel veröffentlicht und schiebe ihn schon viel zu lange vor mir her. Aber die vielen positiven Rückmeldungen bestätigen mir, dass ich nicht alleine bin mit meinen Beobachtungen.
      Und ich freue mich sehr, dass einige meiner Schnitte zu deinen Basics gehören und ich bin mir sicher, dass du, wenn du dich mal an eine Anpassung der Elsenschwestern traust du, merken wirst, dass es gar nicht so schwierig ist. Es gibt viele gute Anleitungen im Netz und wenn du eine Freundin hast, die dir mit einer dritten Hand und einem zusätzlichen Augenpaar aushilft, ist es bestimmt machbar.
      Du kannst dich auch jederzeit mit Fragen an mich wenden.
      Liebe Grüße
      Monika

  6. Angela Poppe

    Liebe Monika,
    ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Auch ich fühle mich zugemüllt von unserer Wohlstandsgesellschaft. Das betrifft viele Bereiche, vor allem auch social media. Mein Weg: Minimalismus. Die Idee, wenige Schnittmuster immer wieder jahreszeitengerecht zu nähen und durch kleine Veränderungen zu variieren hilft, den Überblick zu wahren und kreativ und selbstbestimmt zu agieren.
    Weiter oben wurde geschrieben, dass man sich mit seiner Ansicht schon wie ein Außenseiter fühlt. So ging es mir auch. Jetzt weiß ich, dass dieser, mein Weg, der richtige für mich ist.
    Alles Liebe
    Angela Poppe

    • schneidernmeistern

      Liebe Angela,
      vielen Dank für Dein Feedback!
      Und auch mir helfen Eure Meinungen zum Artikel sehr. Ich hadere schon lange mit mir und habe in den letzten Jahren immer das Gefühl gehabt, doch mitziehen zu müssen. Nun hat sich bestätigt, dass ich es nicht muss, denn es gibt auch noch die „andere Community“, die Lust auf eine andere Richtung hat!
      Danke und liebe Grüße
      Monika

  7. Du schreibst ganz in meinem Sinn, ein Wahnsinn was an immer den gleichen Schnitten auf den Markt kommt… und da schau ich gar nicht bei Instagram. Ich habe ja fast alle Schnitte von Dir und komme damit gut zurecht, obwohl ich mich nicht Ausnehme auch schon verführt worden zu sein von dem ‚Haben wollen‘. Ich bin nicht so die Rockträgerin deshalb werde ich erst mal beobachten 🙂 . Vielleicht steige ich im Sommer mit ein.
    Alles Gute wünscht
    Christine

    • schneidernmeistern

      Lieb eChristine,
      vielen DAnk für dein Feedback und niemand kann sich wohl davon ausnehmen, sich nicht verführen zu lassen durch ein Hochglanz-Angebot auf welchem Kanal auch immer.
      Ich lerne nur zunehmend wenigstens mal eine Nacht darüber zu schlafen und meinen Drang des „Haben Wollens“ zu überdenken. Eigentlich sind wir ja anders aufgewachsen. Aber in der heutigen Zeit, in der immer alles verfügbar scheint, hat man einfach zu schnell geklickt.
      Aktuell hätte ich gerne Mehl und bekomme keins. Sich in Geduld zu üben ist eine Tugend, die wir schon fast verlernt haben…
      Ich freu mich auf deine Beobachtungen!
      Liebe Grüße
      Monika

  8. Deine Gedanken kann ich wunderbar nachvollziehen. Ich möchte selbst vor allem nachhaltiger nähen und mehr wirklich gut kombinierbare Teile untereinander nähen. Gerade gestern ist auf meinem neuen Blog dazu ein Beitrag erschienen. Ich sammle dort ja auch wöchentlich neue Schnittmuster und bin immer mehr erstaunt, fast entsetzt, wie viele neue Schnittmuster für langweilige, austauschbare Oberteile veröffentlicht werden. Diesem Hype folge ich nicht. Aber auch ich bin nicht frei vom Gefühl „Haben wollen“. Vor allem Stoffe oder ungewöhnliche Schnitte ziehen mich in ihren Bann und so habe ich viel zu viel auf Halde liegen, was dann nicht wirklich nachhaltig ist. Besserung ist gewünscht, fällt mir aber schwer, bei mir selbst umzusetzen.
    Da mir Dein Ansatz sehr gefällt, würde ich mich sehr über ein Interview mit Dir freuen. Ich kontaktiere Dich dazu nochmal separat. Liebe Grüße Anke

    • schneidernmeistern

      Liebe Anke, wie wunderbar und ach ich freue mich über deine Meinung und auch über deine Interview – Anfrage, der ich sehr gerne nachkomme!
      Ich freu mich auf deine Mail!
      Liebe Grüße- dein Blog ist schon geöffnet und gespeichert. Den schaue ich mir in Ruhe an!
      Monika

  9. Es ist so, zunächst lässt sich die Erstinstagrammerin von dem Überangebot und Hype um neue Schnitte verlocken und verführen. Aber nach einer Weile siegt dann (hoffentlich) der Verstand und man erkennt, dass nicht ständig das “Rad neu erfunden wird“, d.h. alles basiert auf den gleichen Grundlagen. So profitiere ich z.B. schon lange von der RAGLANELSE in Variationen – Raglan steht halt meiner Figur. Dann gibt’s (endlich) einen universellen Hosenschnitt, einen für ein Shirt/Pulli – nutzbar in kurz oder lang und einen für Jacke/Mantel. Das reicht (inzwischen). Sicher tummeln sich hier noch andere aus den Erprobungsphasen und ein paar Extras (Wickelteile), doch so bin ich zufrieden.
    Eine ELSE werde ich mir aber sicher noch zulegen.

    • schneidernmeistern

      Liebe Grete,
      vielen Dank für deine Meinung.
      ich erinnere mich noch gut, dass ich zu Beginn meiner „Karriere“ als Schnittmustererstellerin auch den Anderen hinterhergehechelt bin, die schon länger dabei waren, oder vermeintlich erfolgreicher. Bis ich gemerkt habe, dass es gar nicht sein muss, alle nur mit Wasser kochen (oder mit Garn nähen) und ich mic viel wohler fühle, wenn ich in meinem Tempo meine Sachen mache, die mir entsprechen. Nur so bleibt man authentisch und kann mit Überzeugung seine Produkte anbieten.
      Dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde, merke ich an den vielen positiven Rückmeldungen von euch!
      Vielen Dank dafür! Und wie freue ich mich über deine Liebe zur Raglanelse!
      Monika

  10. Esther Komm

    Du sprichst mir aus dem Herzen, seit einiger Zeit versuche ich, gut sitzende Schnitte, die ich habe einfach ein klein wenig zu verändern. Meine Möglichkeiten sind begrenzt, ich bin leider nicht vom Fach, aber es macht unglaublich viel Spaß! Ich schleiche schon länger hier rum, finde deine Ideen mit deinen Schnitten faszinierend! Vielleicht bringt mir diese Zeit, wo wir gezwungen sind, uns mehr zu hause mit vorhandenem zu beschäftigen, für mich endlich die Gelegenheit, auch deine Schnitte auszuprobieren. Ich freue mich auf die Ideen mit deinem neuen Rock!
    Liebe Grüße
    Esther

    • schneidernmeistern

      Liebe Esther,
      hab herzlichen Dank für deine Meinung zu meinem Artikel.
      Ich denke, dass wir alle, wenn wir nähen irgendwann an den Punkt kommen, wo wir selber dahinter schauen wollen, wie etwas funktioniert. Und ich war ja, bevor ich die Lehre und die Ausbildung gemacht habe, in der selben Situation. Wir haben es einfach gemacht und so lange rumprobiert, bis es gepasst hat. Das ist ja das schöne und auch der Sinn des Selbernähens. Sich immer nur fremd bespaßen zu lassen ist doch genau das, was wir nicht wollten, oder?
      Ich freue mich, wenn du Lust hast an dem Projekt teilzunehmen und den ein oder anderen Schnitt auszuprobieren!
      Liebe Grüße
      Monika

  11. Gabi Schumann

    …und wenn das Leben wieder mal in den nächsten Gang schaltet, dann ruckelt es meist ein wenig…

    Hallo liebe Schneidermeisterin, in der aktuellen verhaltenen Stimmung tun sich rundherum viele menschliche und wunderbare veborgene Gedanken auf und kommen endlich an die Oberfläche.
    Ich warte schon lange ungeduldig und doch gelassen auf diesen Moment, wo „sich endlich was bewegt, wo sich was tut“.
    Die Natur wirkt immer ausgleichend und heilend.

    Natürlich sind die biblischen sieben Plagen große brutale Ereignisse so wie jetzt Corona. Aber genau diese crisis (Chance für Veränderung) macht jetzt endlich mit allen Menschen etwas, und zwar dasselbe, ob arm oder reich, ob schwarz oder weiß…

    Und denjenigen, die schon lange mit klarem Bewusstsein ihr Leben aufgebaut und gestaltet haben, werden jetzt regelrecht erlöst. Wir warten schon lange darauf, dass es auch die letzten mächtigen Deppen kapieren und endlich handeln,

    Endlich passiert was! Und die bewussten Menschen finden wieder ihren roten Faden, der von dem der ganze Konsummüll und kranke Überfluss zunehmend überlagert war und uns wie ein Strudel unfreiwillig mitgerissen hat.
    Zeitdruck und teilweise vorgegebenes Mithalten haben uns zu Außenseitern geformt, die gerne aus der Reihe tanzen. Gut, wenn wir uns selbst treu geblieben sind und uns nicht haben verbiegen lassen,

    Was deine Gedanken betrifft, so bist du doch ganz klar bei dir geblieben. Mit deiner klassischen Basislinie hast du von Anfang an wie ein revolutionärer Fremdkörper diesem Massenramsch aufgezeigt, weniger ist mehr!

    Klassisch hohe Qualität, klare Linie und abwandelbar ohne Grenzen. Schau dir die Else an, was für eine Vielfalt sich daraus entwickelt hat, ob klassisch schick oder gestreift frech, alles auf einer klaren Linie.

    Ich bin überzeugt, dass du einfach genauso weitermachen und damit bei deiner Philosophie und Überzeugung bleiben kannst. Endlich kommt wieder die Spur, auf der es weitergeht, mach es!

    Ich bin seit 1980 selbständig, hab mir als Autodidakt das meiste selbst erarbeitet, „durfte“ mit 16 Jahren nicht Textilgestaltung machen und wurde ins Büro gesteckt.

    Mit 36 Jahren kam ein Schlüsselsatz in mein Leben, als ich „eigentlich immer noch meine Stoffwerkstatt wollte, aber meine fehlenden Nachweise der Professionalität fehlten“… Ein Freund lachte laut und sagte: „Wat brauchste denn een Jodeldiplom? Mach doch dat, watte am besten kannst!“
    Meine Leidenschaft, für das, was in mir brennt, hat mich bis heute nicht verlassen. Ich hänge immer noch süchtig an der Nadel :)), habe im alten Schuppen umgebaut meine Stoffwerkstatt mit 6 Arbeitsplätzen und meinen Lieblingsplatz in meiner Stoffhöhle.

    Dort ist der Raum, in dem ich so bei mir bin wie andere meditieren. Ich denke an nix anderes als an das, was vor liegt: ein Stoff! Der darauf wartet, dass ich meine tollen Ideen an ihm auslebe! Manchmal bin ich noch im Schlafanzig, aber „schon mittendrin“.

    Ich bin ein glücklicher und zufriedener Mensch und das schon 68 Jahre. Ich kann dir nur Mut machen und dich bestärken: mach dat, watte am besten kannst und was in dir brennt!
    Tu es, ich wünsch dir viel Kreativität und Lebensfreude,
    Herzliche Grüße
    Von Gabi Schumann aus Witzwort

    • schneidernmeistern

      Liebe Gabi,
      dein Kommentar war der erste, den ich gelesen habe und hat mich wirklich sehr berührt.
      Ich trage diesen Artikel seit Monaten, wenn nicht schon seit Jahren mit mir herum und war immer zu ängstlich ihn zu veröffentlichen aus Sorge, mein Standing in diesem Business zu verlieren.
      Mein Mann meinte noch, ob ich mir sicher bin, so ehrlich sein zu wollen, aber die Rückmeldungen, die kamen haben mich darin bestärkt, dass es richtig war. Genau wie du schreibst, sind es viele die schon lange darauf warten, dass sich die Welt endlich einmal wieder langsamer dreht, dass man sich wieder rückbesinnt. Dass uns nun so eine weltweite Pandemie „erwischen“ muss, hätten wir uns alle nicht gewünscht, aber die Hoffnung ist da, dass sich etwas bewegt.
      Ich hadere mit diesem Beruf und bin dennoch aktuell sehr froh über dieses Standbein, das durch das Onlinegeschäft nicht so schnell wegbricht.

      Deine Geschichte und dein Brennen für deine Leidenschaft bestärken mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das besagte „Jodeldiplom“ fehlt mir auch oft bei der Verwirklichung meiner Träume, aber die Beharrlichkeit und die Liebe zu den Dingen öffnet oft die Türen.
      Hab herzlichen Dank für deine Worte und dir weiterhin viel Freude bei dem was du tust!
      Monika

  12. Ach ja…die Zeit hat sich selbst ausgebremst. Das tut gut.
    Ein Grund mit dem Nähen anzufangen war u.a. auch, dass die Zeit etwas stehen bleibt. Viermal bis zu X-mal im Jahr den neusten Schrei hinterher zu laufen, war mir eigentlich schon immer zu anstrengend. Gerade das Selbstnähen hat ja schon viel Entschleunigung gebracht. Und dann kam der Run nach dem neusten Stoff, neusten Schnitt, neusten Idee…..die Zeit rast wieder….
    Mir gefällt deine Idee!

    • schneidernmeistern

      Liebe Anna,
      hab lieben Dank für deinen Kommentar und auch dass du doch Lust hast den Rock zu nähen.
      Vielleicht schaffen wir im Sommer, wenn sich die Lage hoffentlich beruhigt hat, mal wieder ein gemeinsames Fotoshooting und einen Kaffee.
      Das würde mich sehr freuen!
      Alles Liebe für euch
      Monika

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